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THEMA: Rätselhafter Kotfund (Anfrage im Auftrag)

Rätselhafter Kotfund (Anfrage im Auftrag) 26 Jan 2017 16:20 #3803

Hallo Spurenleser. Mich erreichte eine Abfrage und ich kann im Moment nicht weiterhelfen. Vielleicht weiß jemand etwas, was hier weiterhilft?

Zitat: "Letztens, vor dem jetzigen Wintereinbruch, waren wir am Biber-Hotspot bei Garnsdorf (Gasthof Forsthaus) unterwegs und fanden eine Kotspur, die in dieser Form weder in der Literatur, noch im Netz zu finden ist.
Bilder dazu hänge ich an.
Sucht man im Internet nach Biberkot, findet man immer nur die "gepressten Holzpellets". Nun wissen wir aber, dass der Biber seine Nahrung nur auf Holz umstellt, wenn es an Grünzeug mangelt.
Wie würdest du den Fund bewerten? Ich meine, in der Ausscheidung Teile von Binsen zu erkennen. Binsen wuchsen in unmittelbarer Nähe (ca. 25 m).
handelt es sich eventuell sogar um den vorverdauten Primärkot, den der Biber normalerweise wieder frisst, um ihn ein zweites Mal zu verdauen?

Vielleicht bin ich ein bisschen auf den Biber fixiert, aber mir fällt einfach kein anderes Tier ein, dass im Zentrum eines Biberreviers (Fraßstellen, Rutsche) als Verursacher für die Hinterlassenschaft infrage kommt."

und

"Ich kann die Anwesenheit von Bisam oder Nutria nicht ausschließen und weiß nicht, ob sie sich mit dem Biber vertragen. Im unmittelbaren Umfeld
(5 m) des Kotfundes waren einige Biberspuren zu sehen (Rutsche, auf Stock verbissene Weiden, begonnene Fällung). Am gegenüberliegenden Ufer (ca. 50 m vom Fund) waren mindestens 10 frische Fällungen vorhanden.
Und, wie gesagt, die von mir im Kot vermuteten Binsen wachsen etwa 25 m davon entfernt.
Der Fund stammt vom 30.Dezember '16. Die Kotwalzen hatten einen Durchmesser von 10 - 15 mm und waren ungefähr 40 - 70 mm lang. Die Fundstelle bei Garnsdorf: >>> "














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"Hätte mich der Herrgott bei der Schöpfung um Rat gefragt, hätte ich etwas Einfacheres empfohlen."
(Alfons von Kastilien, 1250)
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Letzte Änderung: von Holger [Team Spurenjagd].

Rätselhafter Kotfund (Anfrage im Auftrag) 27 Jan 2017 10:05 #3804

  • Heide Ulrich
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Ich habe keine Erfahrung mit Biberkot. Laut Literatur wird er fast ausschließlich im Wasser abgesetzt.
Was ich hingegen beitragen kann, ist eine Bisam-Beobachtung (live) mitten in unserem Biber-Revier. Sie kommen also durchaus gemeinsam vor.
Dass der Kot weder der klassische Bisam- noch der klassische Nutriakot ist, ist euch ja sicherlich auch klar. Für Bisam scheint mir die Größe mit bis zu 70 mm auch sehr reichlich bemessen.
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Rätselhafter Kotfund (Anfrage im Auftrag) 30 Jan 2017 20:49 #3808

Ganz ehrlich gesagt - bin ich mir tatsächlich nichtmal sicher, ob es sich tatsächlich im Losung handelt. Dieses schleimige "Häutchen" um die festen Bestandteile erinnert mich doch sehr an "Spucke". Könnte durchaus auch 'was ausgewürgtes sein. Doch von wem? Der Pflanzenanteil ist sehr hoch und auch die grüne Farbe des flüssigen Anteils lässt auf reine Pflanzennahrung schließen. Können Biber kotzen? ;)

Und - ich würde auch die Hinterlassenschaft eines pflanzenfressenden Wasservogels wie Gänse nicht ausschließen - wenn hier auch das Weiße (der Urinanteil) fehlt.

Sieht jedenfalls alles generell sehr frisch aus. Mysteriös.
"Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern. Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst."
~~Bernhard von Clairvaux

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Rätselhafter Kotfund (Anfrage im Auftrag) 18 Feb 2017 19:13 #3854

Ich habe mich eben nochmals mit dem von Fragesteller Jens Schubert angesprochenen Primärkot beschäftigt, den die Biber dann wieder aufnehmen. In der Literatur habe ich dazu keine weiteren Beschreibungen gefunden, wie dieser Kot überhaupt aussehen könnte. Auf einer der Internetseiten von Pro Natura (einer der führenden Umweltorganisationen in der Schweiz) habe ich den Hinweis gefunden, dass diese "Blinddarmlosung" tatsächlich wohl weisse Farbe hat. Damit wäre die Theorie des Primärkots angesichts der kräftig grünen Färbung hier wohl hinfällig, sollte diese Info stimmen:

Die Winternahrung Rinde ist nicht besonders nahrhaft und enthält auch verschiedene Schutzstoffe. Um die Pflanzenfasern und die Borke verdauen zu können, besitzt der Biber eine spezielle Anpassung: sein Blinddarmsack hat ein riesen Volumen und enthält verschiedene Bakterienstämme. Die Nahrung geht in einer ersten Runde in den Blinddarmsack und wird von den Bakterien vorverdaut. Der Biber scheidet diesen weissen, proteinhaltigen Pflanzenbrei dann aus und frisst ihn erneut. Dieser „Blinddarmkot“ ist besonders eiweiss- und vitaminreich. In der zweiten Runde durch den Magendarmtrakt kann der Biber diese Inhaltsstoffe verwerten.


Quelle: www.hallobiber.ch
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Rätselhafter Kotfund (Anfrage im Auftrag) 18 Feb 2017 22:00 #3855

Hallo Holger,
diese grünen Kotwalzen haben mich gleich an einen eigenen rätselhaften Fund erinnert. Im Januar 2016 bin ich, ebenfalls in einem von Bibern intensiev genutztem Revier am Lech, auf einen gelben Kotstrang gestoßen. Konsistenz und Größe entsprechen ungefähr deiner grünen Variante. Im zweiten Bild habe ich es etwas auseinander genommen, der Inhalt ist ausschließlich pflanzlich. Gelb- und grünfärbung könnten auf unterschiedliche Futterpflanzen hindeuten. Aber vielleicht spielt es auch eine Rolle wie lange der Kot schon lag. Ich weiß, dass dort am Lech auch Bisamratten vorkommen, Nutrias würde ich an dieser Stelle allerdings ausschließen. Und für Bisamratten erscheint mir der Kotstrang doch irgendwie zu groß.
Leider habe ich aber sonst auch noch keinen Beweis im Internet dafür gefunden, dass es tatsächlich der Biber war. Die Beschaffenheit sieht allerdings für mich so aus, als ob das Material noch nicht sehr gründlich verdaut wurde, was ja für Blinddarmkot sprechen würde. In einem amerikanischen Forum hatte ich mal gelesen, das Blinddarmkot vom Biber weicher ist als der endgültige aber mehr weiß ich dazu leider auch nicht.




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Rätselhafter Kotfund (Anfrage im Auftrag) 19 Feb 2017 06:55 #3857

Danke Irene für deine Erforschungen!
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(Alfons von Kastilien, 1250)

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