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Die Angst beim Spurenlesen 27 Aug 2021 16:09 #4587

Liebe Menschen der Spurenjagdrunde,

ich nutze diese tolle Plattform schon eine Weile und freue mich sehr, dass es eine Möglichkeit dieses Austausches gibt. Dennoch ist das heute meine erste "Inter"aktivität hier im Forum. Anlass dafür gab meine gestrige Spurenjagd. Ich möchte gleich auf den Punkt kommen, denn es ist ein Thema was mich schon länger begleitet. Ich war auf einem Tierpfad unterwegs und der führte immer mehr ins Dickicht. Sicher noch keine Dickung oder Schonung, doch dicht war es ganz schön. Und hier begegnete mir wieder einmal meine Angst. Die Angst davor es könnte irgendwas (ein Tier) mich treffen und mir irgendwie schaden. Ich komme aus Leipzig und es gibt hier keine großen Beutegreifer. Dennoch kommt diese Angst im Dickicht immer mal wieder auf und sie blockiert dann auch die weitere Spurenjagd. Ich kann dieser Angst viel gutes entnehmen, bringt sie mich doch auf eine Stufe, auf der ich nicht der Mensch bin, der über allem steht (so sehe ich mich auch alltäglich nicht), sondern ich fühle mich genau so verletzlich und angreifbar, wie es die Lebewesen um mich herum sind. Die Angst speist sich natürlich auch aus "Unwissenheit" über die Kultur der Tiere und ihrer Umgebung. Ich entschlüssel die immer mehr, doch bin weiterhin auch mit dieser Angst beschäftigt. Mich nervt sie auch gelegentlich und sie bremst mich da draußen. Und motiviert mich dann wieder, mehr verstehen zu wollen, um nicht ängstlich sondern wissend wachsam zusein.

Jedoch frage ich mich auch:
- Geht es anderen auch so?
- Was machen die in solchern Situationen?
- Wie stehen andere Tracker zum Thema Angst?

ich such Austausch darüber, da für mich sehr viel Potential zur Erkenntnis in meiner Angst liegt. Ich würde mich freuen, wenn darüber hier eine kleine Austuaschmöglichkeit entsteht.

Beste Grüße an euch alle,

Stefan

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Die Angst beim Spurenlesen 27 Aug 2021 23:45 #4589

Hallo Stefan,

spannende Fragen! Freut mich, dass du uns an deinen Erfahrungen teihaben lässt.

Ich habe auch immer mal wieder Angst da draußen. Vor allem Wildschweine sind bei mir ein Thema. Ich glaube meine Angst ist dazu da, um mich darauf aufmerksam zu machen, dass es da etwas gibt, das ich nicht gut kenne und das mir potentiell gefährlich werden könnte. Da ich Wildschweine aber sehr interessant und faszinierend finde, habe ich ein paar Schritte unternommen, um ihnen näher zu kommen und mich vielleicht an sie zu gewöhnen. Habe draußen geschlafen, undzwar direkt am Sumpf, wo ich wusste, dass dort Wildschweine sind. Die erste Nacht in einer Hängematte und die zweite in einer selbstgebauten Stockhütte. Meine Angst hat mich auch dazu gebracht, viel zu lesen und andere Menschen zu ihren Erfahrungen mit Wildschweinen zu befragen. Habe an 2 Drückjagden teilgenommen, um in Kontakt mit Wildschweinen zu kommen. Das alles hat mir geholfen. Ich bin immer noch vorsichtig, aber nicht mehr so ängstlich. Ich kenne mich besser aus und habe viel mehr Vertrauen zu den Schweinen. Überhaupt habe ich festgestellt, dass Wildtiere i.d.R. sehr vernünftig sind. Wenn eines mir wirklich Schaden zufügen will, dann muss es schon einen triftigen Grund haben. Dann habe ich irgendwas falsch gemacht, irgendeine Grenze verletzt. Bei domestizierten Tieren, z.B. Hunden bin ich viel skeptischer. Die kommen mir z.T. völlig durchgeknallt und unberechenbar vor, im Vergleich zu ihren wilden Verwandten, den Wölfen.

Es gibt noch andere Ebenen, auf denen sich eine Spurensuche lohnen kann. Habe mal einen Schwellengang gemacht mit einer wichtigen Lebensfrage. Gleich zu Anfang, als ich in den Wald trat, wurde ich von einem ein rauen, holzigen Bellen überrascht. Ich zuckte zusammen und es tauchte Angst auf. Ich drehte mich um und sah eine Damhirschkuh, die mich ziemlich aufgebracht anstarrte. Hinter ihr weitere Hirschkühe. Immer wieder bellten sie und starrten mich an. Ich blieb wie gelähmt stehen. Ich spürte ein altes Gefühl: die Angst davor, nicht willkommen zu sein. Zu stören. Abgelehnt zu werden. Mir kamen die Tränen. Ich war kurz davor, umzukehren und den Wald wieder zu verlassen. Doch ich entschied mich anders. Diese Begegnung mit den Damhirschen hat mich viel gelehrt...

Sag mal, bzgl. Beutegreifer und so: Gibt es im Leipziger Umland nicht mittlerweile einige Wölfe?

Liebe Grüße
Christoph

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Die Angst beim Spurenlesen 29 Aug 2021 20:07 #4592

Hallo Christoph,

danke für deine Gedanken. Die Idee mit der Jagd finde ich spannend. Darauf bin ich noch gar nicht gekommen, da tatsächlich auch bei mir Wildschweine immer wieder mit der Angst auftauchen. Wahrscheinlich sind es die Auslöser, denn etwas größeres fällt mir echt nicht ein. Dsa mit dem schlafen ist auch eine gute Idee, ich habe es bis jetzt noch nicht sooft gemacht und dann waren die Schweine nicht da oder nicht in meiner Nähe.

Sag mal den Schwellengang: Hast du den für dich gemacht, oder eingebettet in ein Programm? Woran hast du dich da orientiert? Ich mach das auch immer mal wieder.

Ich merke die Angst hat auch ein tiefes Potential: (Ein Auszug aus meinem Naturtagebucheintrag dazu)

Die Kraft, die in dieser Angst steckt, ist auch, dass sie mich dazu bewegt, dem Unbekannten Aufmerksamkeit zu schenken. Es kennen lernen zu wollen. Verstehen und Erkennen schafft Vertrautheit und lässt Angst schwinden. In Ihr steckt auch die Kraft, die intimen Räume der anderen Tiere zu achten und nicht aus Überheblichkeit und Allmacht einfach in die Schlafzimmer der anderen zu trampeln. Bei allem inneren Ärger, dass ich meinem Entdeckerdrang nicht nachgehen konnte, da mich meine Angst überwältigte, bei allen anderen biografischen Anteilen dieser Angst, die ich noch erkunde und in kleinerem Rahmen teile, bin ich gerade dankbar über sie. Im Nachhinein verdeutlicht sie mir die Möglichkeiten, die ich habe den „Fremden“ zu begegnen. Ich kann ihr begegnen, in dem ich mich selbst über diese wunderbaren Lebewesen stelle und laut und gewaltvoll durch die Pfade trample. Ich kann Ihr Begegnen, in dem ich mich verschließe und alles Dickicht meide und somit dennoch eine friedliche Koexistenz bewirke. Und ich kann ihr begegnen, in dem ich mit dem Gegenüber und letztendlich mit mir selbst auseinandersetze und Wege des Verstehens und des miteinander und nebeneinander Lebens entwickeln. Die letztere Variante erscheint für mich jedenfalls als die friedvollste, verbindenste , nachhaltigste und spannendste Möglichkeit für beide Seiten. Okay, ob das spannend für die Tierwelt ist, will ich nicht entscheiden. Mit dieser als auch mit allen anderen Mails, die ihr bereits erhalten habt, möchte ich Impulse für dieses friedvolle und gleichwürdige Miteinander, zwischen dem Tier Mensch und allen anderen Tieren und Lebewesen geben.

Was die Wölfe in bzw. um Leipzig angeht: Ich weiß da gab es Sichtungen, doch ganz genau habe ich das nicht verfolgt. Weißt du da mehr? Und wenn ja woher?

Und sag mal kann das sein, dass wir beide im April ein gemeinsames Spurenseminar bei Paul hatten? Oder täuscht das Bild mich?

Liebe Grüße,
Stefan

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Die Angst beim Spurenlesen 30 Aug 2021 17:54 #4594

Hallo Stefan,

ich finde mich in deinen Gedanken ganz gut wieder. Vielleicht sind wir Verwandte im Geiste :-D

Den Schwellengang hatte ich auf eigene Faust gemacht, nachdem ich über den YT-Kanal "Theo-logisch unterwegs in Natur und Spiritualität" von Jörg (Nachname entfallen) darauf gestoßen bin und das unbedingt mal ausprobieren wollte. Habe später noch mehr Schwellengänge unternommen, aber angeleitet und begleitet durch einen Mentor mit Erfahrung.

Zu den Wölfen, da kenne ich jemanden, der im Süden Leipzigs im Monitoring unterwegs ist und da sehr viel Wolfaktivität ist, aber wo genau kann ich nicht sagen, könnte dir aber den Kontakt vermitteln, wenn dich das interessiert.

Im April war ich nicht bei Paul, aber im Februar.

Ich würd dir gerne eine PN schicken, aber ich weiß nicht, wie/ ob das hier geht?

Liebe Grüße
Christoph

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Die Angst beim Spurenlesen 30 Aug 2021 20:56 #4595

Hey Christoph,

ich habe gerade nochmal geschaut. Ich war auch im Februar - März und zwar Online beim Spurenkurs. Bist du das? Ich glaube schon. Hin wie her ich mache das jetzt hier etwas datenschutztechnisch hinkend. Hier ist eine Mailadresse von mir die eher offiziell als privat ist. Das passt für mich, wenn die hier steht. Wir können dann die weiter nutzen oder wechseln auf den ganz privaten Kanal.: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Liebe Grüße

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