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THEMA: Fraßspuren an einem Ahorn

Fraßspuren an einem Ahorn 03 Okt 2016 20:45 #3601

Bei einem meiner letzten Streifzüge entdeckte ich an einem Baum großflächige Rindenschäden bis auf das Splintholz hinunter. Runde und Bast war entfernt, Cambium eingetrocknet und teils nur noch als schwarze, pilzbefallene dünne Schicht vorhanden- Die Rindenschäden an sich führe ich auf einen anderen Verursacher zurück als die Zahnspuren, die ich gefunden habe. Die Rindenschäden schienen auch schon älter zu sein und der Baum (obwohl jung) generell nicht mehr vital (im oberen Bereich schälte sich die Rinde an den Zweigen). Die Fraßspuren stammen von winigen Zähnchen. Ein "Zahnkratzer" war gerade einmal so breit wie der Millimeterstrich auf meinem Lineal.

Die Zahnspuren waren im entrindeten Bereich auf Höhe von ca. 1.80 - 2.00m großflächig zu finden.

Ich habe die Rötelmaus in Verdacht. Was denkt Ihr?
"Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern. Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst."
~~Bernhard von Clairvaux

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Letzte Änderung: von Simone [Team Spurenjagd].

Fraßspuren an einem Ahorn 03 Okt 2016 20:48 #3602

Noch ein paar extra Bilder:
"Glaube mir, denn ich habe es erfahren, du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern. Bäume und Steine werden dich lehren, was du von keinem Lehrmeister hörst."
~~Bernhard von Clairvaux

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Fraßspuren an einem Ahorn 25 Nov 2016 16:00 #3678

Ich kenne mich mit Mäusen nicht so aus, habe aber gelesen, dass die Rötelmaus bis zu vier Meter hoch (oder sogar noch höher klettert um an Bäumen zu nagen- das könnte hier also passen (tierdoku.com) Wobei es da um Rindenschälungen ging- und die war hier ja schon entfernt.

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Letzte Änderung: von Anna Schenkluhn.

Fraßspuren an einem Ahorn 08 Mär 2017 13:17 #3884

Finde deinen Fund sehr interssant und das "Spur-Bilder" auch ästhetisch ansprechend.
Anna Schenkluhn hat damit recht, dass Rötelmäuse gut klettern und Bäume in größeren Höhen annagen (meist an Astgabeln und stammnah).
Die vorligenden Bilder sind für mich jedoch keine Mäuse-Nagespuren, da diese viel zu lang sind und auch nicht deart flächendeckend gehäuft wären.
Also, ich schließe Nagspuren aus, und auch für Kratzmarken passt es nicht.
Meine Theorie ist, dass es sich um Schecken-Raspelspuren handelt. Die Ursache des ursprünglichen Rindendefekts kenne ich nicht. Aber der Biofilm (aus Algen , vielleicht Zuckersäften) der sich auf Stammverletzungen bildet ist eine attraktive Nahrung für Schnecken. Welche Art, kann ich nicht sagen - vieleicht "Mulmnadel"

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Fraßspuren an einem Ahorn 08 Mär 2017 14:09 #3885

Hey Andreas - schön, dass Du den Beitrag nochmal aufgreifst. Die Schneckenraspelspuren, die ich bisher gesehen habe sind völlig chaotisch und nicht so geradlinig wie hier. Je nach Schneckenart auch breiter (die Schnirkelschnecken bei mir im Garten hinterlassen Fraßspuren die ca. 0,5 cm breit sind); Weinberg- oder die großen Nacktschnecken dürften noch breitere Spuren haben. Die Spur, die die Schnecke beim Fressen zieht schaut auch zackelig aus. Ich hab' dazu mal ein Beispiel unten angehängt.
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~~Bernhard von Clairvaux
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Letzte Änderung: von Simone [Team Spurenjagd].

Fraßspuren an einem Ahorn 09 Mär 2017 11:00 #3891

Ich kann deine Einwände, Simone, gut verstehen – bin auch kein Schnecken-Spezialist. Weiß aber, dass Schließmundschnecken gerne Algenteppiche auf Totholz abweiden. Es gibt da auch sehr kleine Arten, die, wenn sie in Gruppen auftreten, durchaus auch parallel Spuren machen könnten.
www.weichtiere.at/Schnecken/land.html?/S...land/aciculidae.html

Auch in den Weiten des Internet finde ich Schneckenspuren, die recht ähnlich aussehen
azalas.de/bilder/2009-03/DSCN8479-1_450

Trotzdem sind natürlich auch andere Möglichkeiten offen:

a) Mäuse-Nagspuren schließe ich eigentlich aus. Diese könnten bei der (angenommenen) schmalen Zahnbreite nicht so lange sein (die Länge der Nagespur kann ja maximal deren Mundöffnung entsprechen) Auch sieht man an den Enden keine „Einkerbungen“

b) Kratzspuren – dazu habe ich keine Idee, welches Tier in dieser Höhe, zu welchem Zweck diese Fülle an Spuren erzeugen sollte

c) Schnabelmarken (Specht, Kleiber) auch da finde ich die Parallelität und die Fülle nicht passend (Saftlecker in Amerika machen ähnliche Spuren, die gibt es aber in Europa nicht)

d) Insekten: ich kenne Bissspuren von Wespen und Hornissen, die Zellulosefasern für den Nestbau abraspeln – diese sind aber breiter

damit endet meine Intuition – welche Lösung bietest du / oder andere an ?
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